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Bildung für eine zukunftstragende Wirtschaft

10.04.2026
In den vergangenen Jahren zeigte sich bereits auf einer konkret-praktischen Ebene, wie schwierig es ist, Nachfolgende für ein Unternehmen oder eine Organisation zu finden, die einen Sinn für dessen Wesen und eine gesellschaftlich tragende Zukunft haben. In diesem Jahr konnten wir zwei Ursachen dafür ausmachen: Zum einen werden die potenziell Nachfolgenden anhand einer Wirtschaftslehre ausgebildet, die nicht dem Narrativ unserer Partner entspricht; zum anderen haben wir gesellschaftlich die Säule der menschlichen Entwicklung zugunsten der Wirtschaft seit der Industrialisierung systematisch vernachlässigt. Um unsere Partner und alle im Sinne der WGA-Vision Tätigen systematisch zu stärken, haben wir in diesem Jahr an einer Projektentwicklung „Bildung für eine zukunftstragende Wirtschaft" gearbeitet, um mit euch und Ihnen gemeinsam genauso systematisch die Arbeit an dieser Vision durch Bildung auf verschiedenen Ebenen und neue Kooperationsformen zu stärken.

Was verstehen wir unter einer zukunftstragenden Wirtschaft?
Darunter verstehen wir selbstverständlich eine Wirtschaft im Sinne der WGA-Vision für „eine Welt, in der jeder Mensch sein Potenzial und die Erde ihre Wunder hervorbringen kann“. Neben dem Aspekt, Akteure einer zukunftstragenden Wirtschaft durch entsprechende Ausbildung der Nachfolgenden zu stärken, ist das zweite Ziel des Projekts, die Sichtbarkeit dieser Akteure zu erhöhen. Wir wissen alle, dass zahllose Menschen, Unternehmen und Organisationen an einem guten Leben für alle arbeiten, dies aber wenig sichtbar ist. Der anthroposophischen Bewegung spiegelt dies Prof. Dan McKanan, Harvard, explizit in einer Analyse: Sie würde nicht ausreichend zeigen, was sie an Praxiserfahrungen über die letzten 100 Jahre gesammelt hat, obwohl sie an diversen Stellen weiter ist als die aktuelle Forschung. Gelingt es uns gemeinsam diesen Schatz, aus der Unternehmenswelt so verständlich zu machen, dass eine zukunftstragende Wirtschaft mehr und mehr sichtbar wird? Auf vier Ebenen wollen wir diesen Bereich selbst oder in Kooperation/durch die Unterstützung anderer Akteure adressieren.

Zwei Ebenen konnten bereits konkretisiert werden: der Leaderhip-Kurs Expedition Source, in dem sich Verantwortungsträger*innen aus der nachfolgenden Generation auf die Suche nach dem Wesen ihres Unternehmens in Verbindung mit ihrer eigenen Quelle machen, um dadurch die Basis – die Verbindung des Unternehmenswesens mit den Tätigen – für die Unternehmenszukunft zu schaffen. Methodisch werden drei der Unternehmen der jeweils Beteiligten besucht, wahrgenommen und gespiegelt. Durch das Wahrnehmen und wahrgenommen werden in Verbindung mit verschiedenen Reflexionsmethoden, Tools und Inputs entsteht (Selbst-)Erkenntnis und Ausrichtung. Der erste Kurs ist im Nov. 2025 auf engl. Sprache gestartet und endet im Sept. 2026. Der 2. Kurs wird auf deutsch stattfinden und im Herbst starten. Sobald die Anmeldung möglich ist, informieren wir hier darüber.

Als weiterer Teil des Projekts wird im Sommersemester in Kooperation mit der Uni Witten/Herdecke ein Basis-Modul für sowohl Wirtschafts- als auch Medizinstudent*innen angeboten, in dem durch das Erleben von konkreten Betrieben und deren Verantwortungsträger*innen sowie Analyse des Erlebten Wirtschaft als ein kulturelles und damit gestaltbares Phänomen erfahrbar wird. Diesem Pilotmodul sollen zwei weitere an verschiedenen Universitäten folgen, die dann gemeinsam mit den Universitäten als Lernkooperation der Institutionen eine Auswertung ermöglichen. Auch wenn die meisten Wirtschaftstudierenden heute noch die konventionellen Wirtschaftspraktiken erlernen, wollen wir dazu beitragen, dass alle die Interesse haben auch andere Unternehmungen kennen lernen können und eine echte Begegnung mit Pionieren der „zukunftstragenden Wirtschaft“ ermmöglichen.

Für zwei weitere Ebenen ist zum einen die systematische Aufarbeitung von Tools für eine zukunftstragende Wirtschaft und Ihre und eure Erfahrung im Bereich Wirtschaftsbildung erforderlich.

Wir bitten euch, 3 bis 5 Minuten Zeit für folgende Fragen zu nehmen: zum Fragebogen

Für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts, sind wir sehr glücklich, dass wir Florian Rommel seit Anfang des Jahres an Board haben. Neben der Unterstützung des Aufbaus der Cusanus Hochschule, heute Hochschule für freie Gesellschaftsgestaltung, hat er zu Bildung in der pluralen Ökonomik promoviert, umfangreiche Lehrerfahrung und setzt sich aktiv für eine Veränderung der ökonomischen Bildung ein.

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Redaktion
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Georg Soldner

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Bildnachweise
Danke an Anna Krygier (© Anna Krygier), Jonas Lismont (© Goetheanum Kommunikation) und Heike Sommer (© Heike Sommer).